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Vertrauen ist gut, selbst nachdenken ist besser |
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Montag, den 01. Dezember 2008 um 00:00 Uhr |
Vetrauen ist gut, selbst nachdenken ist besser
„Atomenergie ist sauber, CO2-neutral , sicher, günstig, und in unerschöpflicher Menge vorhanden“ - das behaupten Atomfreunde gerne, und auf den ersten Blick tönt es nicht unplausibel: Aus dem Kühlturm kommt schliesslich nur Wasserdampf, Unfälle gibt es bekanntlich nur einen alle 20'000 Jahre, und Atomstrom kostet viel werniger als z.B. Wind- oder Solarstrom.
Wenn man genauer hinschaut, sieht die Sache aber anders aus.
Sauber und CO2-frei?
Um den Jahresverbrauch von 33 Tonnen Uran für ein AKW Typ Leibstadt zu produzieren, entstehen beim Uranabbau 440'000 Tonnen radioaktive Schlacken. Die darin enthaltene Strahlung entweicht nach und nach in die Umwelt und tö tet im statistischen Durchschnitt 73 Menschen – pro Jahr und AKW.
Der Abbau erfordert gewaltige Treibstoffmengen und ist somit nicht CO2-frei. Das Uran wird danach unter riesigem Energieaufwand in Zentrifugen zu spaltfähigem Material angereichert und um die ganze Welt transportiert.
Sicher?
Ein GAU pro AKW in 20'000 Jahren: das tönt nach praktisch absoluter Sicherheit.
Um den steigenden Weltstrombedarf zu decken, wären aber vielleicht 500 AKW nötig.
Somit kommt es weltweit alle 40 Jahre zu einer Atomkatastrophe.
Diese theoretische Überlegung wird durch die Geschichte bestätigt: Unfälle begleiten die Atomwirtschaft seit ihrer Entstehung. Der Super-GAU vom 26.4.1986 in Tschernobyl ist dabei der grösste, aber längst nicht der einzige. 1979 war die USA in Harrisburg betroffen. 1999 gab es in Tokaimura (Japan) Tote.
2006 entging Schweden nur darum einer Katastrophe, weil sich einige Techniker nicht an die Vorschriften hielten – genau dies hatte aber in Tschernobyl zur Katastrophe geführt. Ganze acht Minuten vor der Kernschmelze konnte die Havarie im AKW Forsmark gestoppt werden. Die Schweden waren zuvor wie die Schweizer überzeugt, die sichersten Atomkraftwerke der Welt zu haben. Nachdem der Unfall eine Reihe von unsäglichen Schlampereien ans Tageslicht gebracht hat, wird jetzt über den beschleunigten Ausstieg nachgedacht. In der Schweiz wurde 1969 der Versuchsreaktor in Lucens nach einem atomaren Unfall stillgelegt. Beim Abbau des Testmeilers am PSI in Würenlingen wurden unlängst Arbeiter mit Asbest verseucht, weil niemand mehr wusste, dass der Reaktor solches Material enthielt.
Günstig?
Atomstrom ist nur darum bezahlbar, weil die AKW-betreiber nur einen Bruchteil des Schadens, der bei einem Unfall verursacht würde, bezahlen müssen. Ein AKW muss sich nur bis zu einer Mia Fr. versichern. Der Schaden bei einem Unfall würde aber 4200 Mia betragen. Müsste dieser Schaden versichet werden, wäre Atomstrom unbezahlbar.
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