Trittst im Strahlenmeer daher, hilft dir auch kein Beten mehr
Wenn es in der Schweiz zum GAU kommt, werden die Folgen verheerend sein. Weil die Meiler im dicht besiedelten Gebiet stehen, lassen sich Tote, Invalide und ein wirtschaftlicher Zusammenbruch nicht vermeiden. Das Mittelland wird teilweise unbewohnbar. Das Bundesamt für Zivilschutz erwartete 1995 Schäden von 4200 Milliarden Franken – zehnmal das Bruttosozialprodukt der Schweiz. Davon ist gerade einmal eine Milliarde gedeckt. Deshalb: Kostenwahrheit auch bei der AKW-Versicherung.
Medienmitteilung Junge Grüne Aargau, 4. Dezember 2008
Atomkraftwerke sind gefährlich, ökonomisch und ökologisch unsinnig und politisch nicht durchsetzbar. Die Jungen Grünen Aargau werden sich mit aller Kraft gegen neue Atomkraftwerke einsetzen.
Vom Uranabbau über die Herstellung von Brennelementen bis hin zur Entsorgung der radioaktiven Abfälle wird viel Energie verbraucht und CO2 ausgestossen. Die Atomenergie als „praktisch CO2 frei“ darzustellen ist eine hinterhältige Lüge und lässt an der Glaubwürdigkeit der Atomlobby zweifeln.
Zwar ist die Eintretenswahrscheinlichkeit eines atomaren Supergaus gering. Da die enormen Schäden eines solchen Unfalls unabsehbar gross sind, ist dieses Risiko dennoch untragbar. Der radioaktive Abfall der beim Betrieb von Atomanlagen entsteht, bleibt unabhängig von der Entsorgungslösung für Jahrtausende gefährlich und ist eine Hypothek für unzählige Generationen.
Bis zur Inbetriebnahme eines neuen Atomkraftwerks wird es noch Jahrzehnte dauern. Bis dann werden die alternativen Energien einen grossen technologischen Fortschritt gemacht haben. Uran als Brennstoff wird zunehmend knapp und teuer. Mit neuen Atomkraftwerken entsteht ein Klumpenrisiko und Auslandabhängigkeit. Die Jungen Grünen zweifeln daher stark an der Wirtschaftlichkeit neuer Atomkraftwerke. Die Jungen Grünen sind überzeugt, dass sofortige Investitionen in Energieeffizienz und Alternative Energien eine auch ökonomisch zukunftsfähigere Lösung darstellen.
Im Aargau hat sich das politische Klima mit der Wahl der Atomkraftgegner Susanne Hochuli und Urs Hofmann geändert. Ein deutliches Signal ist zudem der Atomausstieg der Stadt Zürich, der von über drei Viertel der Stimmbürger angenommen wurde. Der einhellige Aufschrei nach der Bekanntgabe der potentiellen Endlagerstandorte für giftigen Atommüll zeigt die grundsätzliche Skepsis der Bevölkerung. Die Jungen Grünen zweifeln daher stark an der politischen Durchsetzbarkeit weiterer Atomkraftwerke.
Wir fordern daher die Axpo auf, ihre unsinnigen Gesuche für neue Atomkraftwerke zurückzuziehen und sich auf die rasche Förderung von alternativen Energiequellen zu konzentrieren.
„Atomenergie ist sauber, CO2-neutral , sicher, günstig, und in unerschöpflicher Menge vorhanden“ - das behaupten Atomfreunde gerne, und auf den ersten Blick tönt es nicht unplausibel: Aus dem Kühlturm kommt schliesslich nur Wasserdampf, Unfälle gibt es bekanntlich nur einen alle 20'000 Jahre, und Atomstrom kostet viel werniger als z.B. Wind- oder Solarstrom.
Wenn man genauer hinschaut, sieht die Sache aber anders aus.
Dank der atomenergiefreundlichen Politik der Aargauischen Regierung soll unser Kanton zum Abfallkübel der Nation werden. Das Bundesamt für Energie will Radioaktive Abfälle im Kanton Aargau endlagern. Von den 6 heute vorgestellten Endlagerstandorten liegen 3 im Kanton Aargau. Der Aargau trägt mit den Atomkraftwerken Beznau I, II, Leibstadt und Gösgen sowie mit dem Zwilag bereits die grössten Risiken im Bereich der Atomenergie.
Angesichts der dichten Besiedelung unseres Kantons und der Politik des Regierungsrates hegen die Jungen Grünen Aargau den Verdacht, dass für das
Bundesamt für Energie nicht die Sicherheit der radioaktiven Abfälle, sondern die politische Machbarkeit eines Endlagers für die Auswahl des Standortes ausschlaggebend ist – diese scheint im Kanton Aargau offenbar höher zu sein als an anderen Orten.
Auch jetzt ist die Aargauer Regierung hilflos, wie ihre Medienmitteilung von heute Nachmittag zeigt. Zitat: „Das Kernenergiegesetz des Bundes steht hier aber über
kantonalen Gesetzen oder kantonalen Volksabstimmung.“ Im Klartext heisst das: Unsere Regierung liefert uns schutzlos den Atomvögten aus! Andere Kantonsregierungen beweisen: Es geht auch anders. In Nidwalden und im Kanton Schaffhausen entscheidet das Volk, bzw. wehrt sich die Regierung für ihre Bürger.
Die Jungen Grünen Aargau werden es nicht zulassen, dass irgendwo in der Schweiz ein Endlager für radioaktive Abfälle gebaut wird, bevor nicht der Ausstieg aus der
Atomenergie beschlossen ist. Zudem müssen für die Standortwahl rein geologische Kriterien ausschlaggebend sein und es muss ein Rückholkonzept bestehen. Denn wir
im Aargau wissen: Es gibt keine ewig sicheren Deponien. Kölliken lässt grüssen.